Blank Header
computer-schutz.info Logo
spam-mail
Spam...die Mailplage
Was ist Spam?
Unter Spam versteht man unverlangt zugestellte E-Mails (Definition der Kommission der Europ. Gemeinschaften). Der Name "Spam" ist dem Dosenfleisch SPAM (Spiced Porc and Ham) der Firma Hormel Foods entliehen.

Die meisten Spams sind kommerziell und werden aufgrund der geringen Kosten für den Versender in grossen Massen verschickt (100'000 bis Millionen). Allein die Kosten für den Download werden weltweit auf 10 Mrd. Euro geschätzt (vgl. Studie der Europ. Gemeinschaft). Man kann folgende Typen unterscheiden:
  • Kommerzielle Spams (UCE = Unsoliticed Comercial E- Mail: Unerbetenes Kommerzielles E-Mail)
  • Kettenbriefe/ Viruswarnungen
  • Durch Viren versandte E-Mails

Kommerzieller Spam
Ein kommerzieller Spammer führt eine Datenbank mit teilweise mehreren Millionen Adressen. Diese kann er z.B. durch das gezielte (mit einem Programm automatisierte) Absuchen von Newsgroups, Homepages oder E-Mailverzeichnissen, aber auch durch Durchprobieren gängiger Adressen (webmaster@..., info@... usw.) erhalten. Das Versenden der E-Mails funktioniert ebenfalls automatisch, da der Versand von E-Mails fast nichts kostet, spielt es keine Rolle, wenn viele Adressen ungültig sind.

Programme zum Auslesen von Newsgroups sind sehr einfach zu schreiben und sehr ergiebig.

Um nicht viele Fehlermeldungen wegen ungültiger Adressen oder gehässige Antworten zu erhalten, setzt der Spammer eine falsche Rückantwortadresse ein, die es zusätzlich schwierig macht, seine Identität herauszufinden. Kommuniziert werden kann nur per Post oder Fax. Da so für Beschwerden Kosten anfallen, erhoffen sich Spammer, weniger Negativreaktionen zu erhalten.

Zusätzlich verwendet ein erfahrener Spammer nicht den Mailserver seines Providers, sondern einen anderen, ungeschützten Mailserver. Damit erschwert der Spammer Gegenmassnahmen, da ungeschützte Mailserver oft keinen (fähigen) Administrator haben oder einen, dem Reklamationen egal sind.

Trotzdem hinterlassen Spammer ihre Spuren. Ausserdem müssen Spammer irgendwo im E-Mail auch eine Kontaktadresse angeben, damit ihre Produkte wenigstens theoretisch gekauft werden können.


Kettenbriefe
Kettenbriefe sind meist nicht das Werk von professionellen Spammern. Oft enthalten sie einen Hinweis, das die E-Mail an alle Personen, die man kennt, weiter verschickt werden soll. Ihr Ursprung ist ein aus dem Ruder gelaufener Streich oder die Unkenntnis der Sender.

Andere Kettenbriefe versprechen den Versendern grosse Geldsummen und empfehlen, professionelle Spam- Programme einzusetzen. Mathematisch lässt sich leicht nachprüfen, dass die Gewinnversprechungen völlig absurd sind.


Wieso ist Spam schlecht?
Das grosse Problem des Spams ist die Überwälzung der Kosten auf die Empfänger und die Provider. Das SMTP- Protokoll, welches technisch den Versand von E-Mails regelt, ermöglicht es, zu einem E-Mail eine Liste von 100 Empfängern anzugeben, an welche der Mailserver das Mail verschickt. Wenn der Spammer also eine Million E-Mails versenden will, muss er lediglich 10'000 mal ein E-Mail verschicken. Die ganze restliche Last tragen die Provider und die Empfänger. Allein die Kosten des Downloads von Spam- Mail bei den Empfängern werden auf weltweit jährlich 10 Mrd. Euro geschätzt. Ein anderes Problem sind die durch den Spamversand entstehenden Verzögerungen und Ausfälle. Alle auf dem Mailserver zum Versand anstehenden Mails landen in einer Warteschleife. Wenn ein Spammer nun 1'000'000 Spams in die Warteschleife setzt, müssen auch normale Mails hinten anstehen und werden so erst mit erheblicher Verzögerung weiterverschickt. Viele Mailboxen haben auch heute noch eine Grössenbeschränkung. Oft passiert es, dass z.B. bei Ferienabwesenheit so viel Spams eintreffen, dass die Mailbox überfüllt ist und reguläre Mails abgewiesen werden. Durch übermässige Nutzung können Server mitunter sogar abstürzen, was massive Verzögerungen und gravierende Schäden zur Folge hat.

Spams sind somit ein Ärgernis für alle E-Mail Benützer. Sie machen viele Dienstleistungen unmöglich oder erschweren sie gravierend. Schätzungen gehen z.B. davon aus, dass das Google-Usenet-Archiv (ehemals Dejanews), welches Newsgroups Postings aufbewahrt, zu rund 30% aus Spam besteht. Mailinglisten können vielfach nur mit einem Moderator geführt werden, welcher Spam-Mails vorgängig löscht. Viele Personen geben auch ihre Mailadresse nicht mehr an, aus angst, zugespammt zu werden. Dies erschwert die Kommunikation oder macht sie unmöglich. Alle ernstzunehmenden E-Maildienste investieren viel Arbeit und Geld für Spamschutzmassnahmen.

Die Spammer selbst müssen von diesen Kosten gar nichts tragen.

Spammer stellen die E-Mailbenutzer vor ein Dilemma: Denn entweder ist ihre Mailbox regelmässig mit teilweise dutzenden von Spams verstopft oder sie benutzen Filter und gehen das Risiko ein, dass auch legitime E-Mails gefiltert werden. Filtersysteme, die gezielt spamfreundliche oder ignorante Provider komplett sperren und so besonders effektiv sind, haben den Nachteil, dass sie seriöse Kunden dieser Provider von der Aussenwelt abschneiden. Selbst grossen Provider unterlaufen beim Filtern immer wieder Pannen. Die Behauptung einiger Spammer, sie würden sich für die verfassungsmässig garantierte Meinungsfreiheit einsetzen ist somit absurd. Das Gegenteil ist der Fall: Spammer zwingen normale Benutzer dazu, Filter einzusetzen, um die eigenen Mails noch lesen zu können, mit dem Risiko, legitime Mails zu verlieren.


Wieso etwas gegen Spam tun?
Den allermeisten von uns ist Spam lästig. Kaum jemand will Spam lesen. Es bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, etwas dagegen zu tun. Die häufigste ist das "Wegklicken". Das Problem löst diese Methode jedoch nicht. Prognosen gehen davon aus, dass in Zukunft das Spamaufkommen massiv höher sein wird. (Man spricht von bis zu 50 Spams pro Tag). Sinnvoller sind dagegen präventive Massnahmen, die das Spamaufkommen massiv reduzieren können. Sehr hilfreich sind Beschwerden bei den Providern der Spammer und bei den Mailserverbetreibern, welche die Spammer benutzen. Je nach Provider wird der Spammer in Kürze blockiert (leider gibt es natürlich auch solche, denen Spammer egal sind).


Gegenmassnahmen, damit man Spam erst gar nicht erhält
Je nachdem, welche Dienste man im Internet tatsächlich gebraucht, gibt es ein unterschiedliches Risiko, Spam-Mails zu erhalten. Zuerst sollte man sich darüber im klaren sein, wieso man überhaupt Spam zugeschickt kriegt. In den allermeisten Fällen ist es notwendig, dass der Spammer die E-Mailadresse kennt. Häufig vorkommende E-Mailadressen (admin@....ch, info@....ch) werden vom Spammer geraten. Möglich könnte es auch sein, dass ein vorgängiger Benutzer einer E-Mailadresse diese bekannt gegeben hat. Dies alles sind jedoch Sonderfälle, in der Regel können Sie davon ausgehen, dass eine Adresse nur dann mit Spam eingedeckt wird, wenn Sie oder Dritte diese bekanntgeben.


Quellen von E-Mailadressen können sein:
  • Eingabeformulare
  • Usenet
  • Bekannte, die Ihre E-Mailadresse weitergeben
  • E-Mailverzeichnisse
  • Webseiten

Eingabeformulare
Für den normalen Internetbenutzer, der das Internet nur passiv nutzt (selber lesen, aber nichts veröffentlichen), dürften vor allem Eingabeformulare ein Problem sein. Beachten Sie, dass sich viele Dienste in Ländern befinden, in denen keine oder nur schwache Datenschutzregelungen gelten. Die "Privacy Statements", die viele Dienstleister auf ihren Webseiten anbieten, sagen im Kleingedruckten oft aus, dass die Adresse beliebig weitergegeben werden darf. So nimmt sich z.B. der E-Maildienst "Hotmail" explizit gewisse Veröffentlichungrechte heraus. Grundsätzlich müssen Sie bei der Angabe einer E-Mailadresse damit rechnen, dass Sie nun Spam erhalten, auch bei scheinbar seriösen Dienstleistungen. Sie sollten sich immer fragen, ob die Angabe einer E-Mailadresse in einem Formular wirklich notwendig ist. Auf keinen Fall sollten Sie in solchen Formularen eine private E-Mailadresse angeben. Ich rate dazu, einen Gratis-Mailaccount zu eröffnen, und dann diese Adresse anzugeben. In der Regel werden Sie diese Mails nicht lesen. Falls es dann doch mal notwendig sein sollte, können Sie trotzdem einen Blick in die Mailbox werfen.


Usenet
Wenn Sie das Usenet benützen, werden sie mit grosser Sicherheit mit Spam konfrontiert. Newsgroups sind ein einfaches Ziel für Programme, die E-Mailadressen suchen. Vielfach wird dazu geraten, eine falsche E-Mailadresse anzugeben. Dies führt jedoch dazu, dass eine Kommunikation nicht mehr möglich ist. Die Angabe einer falschen E-Mailadresse kann auch dazu führen, dass Dritte den Spam erhalten. Viele E-Mailadressen, die aus Jux gewählt werden (z.B. ...@spam.com oder ...@trash.net) existieren tatsächlich! Auch heute nicht existierende Domains können in Zukunft existieren. Mehr Information zu dieser Problematik gibt es in einer Mini-FAQ unter http://home.pages.de/~gerlo/falsche-email-adressen.html.


Bekannte
Ein leidiges Problem sind Bekannte, die "wichtige" Mails an alle, die sie kennen, weiterleiten und in ihrem Bekanntenkreis Personen kennen, die dasselbe tun, usw. So kommt schnell eine stattliche Anzahl von E-Mailadressen zusammen. Einerseits werden Sie so mit pseudo-lustigen E-Mails bombardiert, andererseits benutzt vielleicht ein Spammer die E-Mailadressen als erstklassige Datenbank. Abhilfe schafft die Erziehung Ihres Bekanntenkreises. Schreiben Sie Ihren Bekannten, die in der Welt rummailen, anstatt die "To:"- oder "Cc:"- Funktion die "Bcc"- Funktion des Mailprogramms zu verwenden (Bcc: "Blind Carbon Copy"). Die E-Mails werden trotzdem an alle verschickt, die Empfänger sind jedoch im E-Mail nicht mehr ersichtlich.


E-Mailverzeichnisse
Viele E-Mailverzeichnisse sind ein Paradies für Spammer, der Nutzen vergleichsweise gering, denn Personen, die Sie unbedingt erreichen wollen, werden mit Sicherheit Ihre Adresse kennen oder diese sonst im Telefonbuch nachschlagen. Spammer schätzen solche Verzeichnisse jedoch, weil die Adressen mit hoher Wahrscheinlichkeit korrekt sind und oft durch systematisches Abfragen der Datenbank ausgelesen werden können. Auf solche Einträge sollte man deshalb verzichten.


Was tun, wenn man Spam erhält?
Zuerst was man nicht tun sollte: Auf keinen Fall sollte man auf eine Spam-Mail direkt antworten, einen im Mail angegebenen Link besuchen oder eine im Mail beworbene Handlung vornehmen. Oft sind in Spams auch Webseiten angegeben, auf denen man sich angeblich löschen könne. Dies sollte man auch nicht tun.

Die Absenderadresse in einem Mail kann beliebig gewählt werden. Kaum ein Spammer gibt hier seine eigene Adresse an. Schlimmstenfalls wertet der Spammer die zurückkommenden Mails aus und übernimmt die E-Mailadressen der Antwortenden in eine Datenbank mit verifizierten Adressen, die er besonders teuer tauschen oder verkaufen kann. Einige Spammer rächen sich auch gerade noch an ihren persönlichen Feinden, indem sie in deren Namen spammen.

Die in Spams angegebene "Remove"-Funktion dient in aller Regel auch der Verifikation. Andere Spammer geben auch nur eine "Remove"-Adresse an, um die Empfänger zu beruhigen, da sie dann glauben, das Problem gelöst zu haben.


Wie kann man Spam veringern?
Sobald der Ärger, den sich Spammer einhandeln den Nutzen bei weitem übersteigt, wird sich das Problem vermutlich totlaufen. Um den Nutzen für Spammer möglichst gering zu halten, sollten Sie auf keinen Fall mit Spammern Geschäfte tätigen, sei es, wenn Sie deren Produkte kaufen. Dem bleibt nur noch hinzuzufügen, dass die Nutzungsbedingungen fast aller Provider das Versenden von Massen-Emails verbieten, so dass ein Spammer fast immer einen gültigen Vertrag verletzt, um einen Spam abzusetzen.

Ein besonders perfider Trick, E-Mailadressen zu verifizieren, ist, dass Ihnen "alte Bekannte" oder "eine Verehrerin" oder jemand, der "dringend Hilfe braucht" schreibt und Sie um Antwort bittet. Ebenfalls sollten Sie nicht auf Spams hereinfallen, die an Ihr Mitleid appelieren oder auf den "für jedes E-Mail, dass zurückgesandt wird, spenden wir 1 Franken"-Trick. Ihr Mitleid wird schamlos ausgenützt, denn eine verifizierte E-Mailadresse, von der man zudem noch weiss, dass deren Inhaber die E-Mails auch noch liest, kann im Adresshandel einiges mehr einbringen als sonstige E-Mailadressen.


Nützt das Ganze überhaupt etwas?
Wenn Sie sich nun bei einem Provider sowie beim Betreiber des Mailservers beschwert haben, nützt es dann überhaupt etwas? Es gilt zu unterscheiden zwischen Providern und Mailserverbetreibern. Die Erfahrung zeigt, dass vor allem kleinere Provider sehr schnell reagieren, währenddessen bei grösseren Providern meist mehrere Interventionen nötig sind. Über alles gesehen, reagieren 30-50% aller angeschriebenen Provider, die meisten mit einer Verwarnung oder Ausschluss des Spammers. Natürlich braucht es genügend Leute, die reagieren, um Provider auf ein Problem aufmerksam zu machen.

Nützliche Tipps

Was Sie auf keinen Fall tun sollten!
In vielen Spams gibt es Hinweise, wie man sich von der "Mailingliste" entfernen lassen kann. Tun Sie dies jedoch auf keinen Fall! Auf diese Weise wird nur verifiziert, dass Ihre Adresse tatsächlich gültig ist und dass Sie Ihre E-Mails lesen. So erhalten Sie nur noch mehr Spam.

Das gleiche kann passieren, wenn Sie an im E-Mail angegebene Adressen oder an die Rückantwortadresse antworten. Da diese oft gefälscht ist, trifft die Beschwerde Unschuldige, ansonsten könnte durch Ihre Rückantwort ebenfalls (mit einem Programm) verifiziert werden, dass die Adresse gültig ist. Nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit wird Ihr E-Mail tatsächlich von einem Spammer gelesen, an diese E-Mailadresse werden nämlich auch zahlreiche E-Mails zurückgesandt, die wegen ungültiger Adresse nicht zugestellt werden können.

Trauen Sie nicht der Behauptung, bei der Werbeaktion handle es sich um ein einmaliges E-Mail. Damit soll nur verhindert werden, dass Sie sich beschweren. Der Spammer wird mit grosser Wahrscheinlichkeit unter anderer Adresse weiterspammen.


Tools gegen Spam
Über die Navigationsbar finden Sie unter "Software" einige Programme gegen Spam.